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Müllgebühren werden sinken

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Einstimmiger  Beschluss im Kreistag: 8,5% weniger ab 01. Januar 2011 - Viele graue Tonnen werden kleiner

Müll hinterlassen alle Haushalte, die Mülentsorgung hat ihren Preis. Ab Januar werden die Müllgebühren sinken, doch billiger wird es nicht zwingend. Es hängt davon ab, welche Mülltonnengröße ein Haushalt haben will.

Rhein-Lahn. Um rund 8,5 Prozent werden die Abfallgebühren für die Haushalte im Rhein-Lahn-Kreis gesenkt - und das bei weiterhin gleichen Leistungen. Dies ist eine der Kemaussagen der neuen, ab 1, Januar 2011 geltenden Abfallgebührensatzung, die der Kreistag beschlossen hat.

Das Ergebnis der Abstimmung:

SPD, CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen votierten dafür, die beiden Mitglieder der Fraktion "Die Linke" enthielten sich. Landrat Günter Kern zeigte sich sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis, waren diesem doch mehrjährige, durchaus auch schwierige Beratungen vorausgegangen. "Unser Ziel war es, die Leitungen bei der Abfallentsorgung aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Gebührenstabilität mit der Möglichkeit der Gebührensenkung zu erreichen", fasst Landrat Kem die Marschrichtung der Beratungen zusarnmen.

Ausgangspunkt war der Ablauf des Vertrages mit dem bisherigen Entsorgungsunternehmen zum 31. Dezember, Der Kreistag hatte sich entschlossen, sowohl das Sammeln und den Transport der AbfallbehäIter (graue und braune Tonne) neu auszuschreiben, ebenso den Betrieb des Abfallwirtschaftszentrums (die RLZ berichtete).

Das Ergebnis der Vertragshandlungen spricht für sich.

Landrat Kern: "Wir können die Gebührenum etwa 8,5 Prozent senken, ohne dass sich etwas für die Bürger verschlechtert. Wir werden uns im kommenden Jahr das Betriebsergebnis ansehen und dann über eine weitere Gebührensenkung nachdenken können. "Diese positive Einschätzung teilten die Sprecher aller Fraktionen, Heinz Scholl (FBL) befand gar, dass der Kreistag die "M-Frage - Müll, Menschen und Moneten" gelöst habe, während Ralph Schleimer (FDP) auf die intensive Vorarbeit aller hinwies:

"Da stecken zweieinhalb Jahre Arbeit drin!" Erika Fritsche (B 90/Die Gninen) machte deutlich, dass das größte Müllproblem nicht in die Zuständigkeit des Kreises falle, sondem der vom Dualen System entsorgte Verpackungsmriil (gelbe Tonne) sei. Die Linke hätte zwar, so Leonie Berner, lieber die Abfallentsorgung in einem kommunalen Betrieb statt wie beschlossen bei einer Fremdfirma gesehen, stimmte letztlich aber nicht gegen die Satzung.

Deutlich machten die Sprecher aller Fraktionen, wie notwendig jetzt eine umfassende Information der Bevölkerung sei,

Insbesondere der Austausch der Tonnen könne zu Irritationen führen. Hintergrund ist, dass derzeit auf den meisten Grundstücken noch 240-Liter-Tonnen stehen, die noch aus Zeiten stammen, als Wertstoffe und Bioabfälle nicht getrennt gesammelt wurden. Hatte man damals mit 40 Liter Restmüll pro Person und Woche kalkuliert, so sind seit 2003 in der Abfallsatzung 15 Liter Restrnüll und 15 Liter Bioabfall festgeschrieben.

Das bedeutet, dass Haushalten bis zu vier Personen bei einer zweiwöchigen Leerung eine 120 Liter fassende graue Tonne und eine ebenso große braune Tonnezusteht. Um Gebührengelder zu sparen, wurde bisher auf einen Tonnentausch verzichtet, der zwischen dem 19. Oktoberund 23. Dezember erfolgen soll. Josef Oster meinte gegenüber der RLZ "Es ist wichtig, dass wir die Bürger genau aufklären. Sonst besteht die Gefahr, dass sie die Gebührensenkung als verkappte Verteuerung verstehen. Richtig ist, dass viele Haushalte größere Mülltonnen haben, als ihnen zustehen." (ugr/za)

Kommentar:

Müttmengen sind ein Argernis f ilrgen Zanger zur Senkung der Milltgebllhren Die Mütlgebühren werden gesenkt, aber viele werden dies nicht merken. Grund: Die großen Tonnen, die uns seit Jahren nicht mehr zustehen, werden durch kleinere ersetzt. Wer größere Behältnisse behatten witl, muss künftig sogar etwas tiefer in den Getdbeutel greifen als bisher. Argerlich, aber halb so schlimm: Da die Müllentsorgung bei uns insgesamt recht günstig ist, fallen ein paar Euro mehr oder weniger pro Jahr kaum ins Gewicht. Argerticher ist, dass die lndustrie uns mit Verpackungen zumüllt, anstatt auf Müllminimierung zu setzen. Diesen "gelben" Müll bezahlen wir teuer bei unseren Einkäufen.

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Quelle: LZ Nr. 208 v. 08.09.2010 - Seite 15
 

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