Die Ardeck wurde nun nicht mehr bewohnt, die Gebäude zerfielen. Wie viele andere Burgen wurde sie wahrscheinlich als billiger Steinbruch genutzt, nachdem das verwendbare Baumaterial der Innengebäude anderweitig verbaut worden war. Zuletzt blieb nur die Ruine in ihrer heutigen Gestalt zurück.
1745 spricht Johann Jacob Reinhard in einer Anmerkung zu einer kurzen Geschichte der Grafen von Dietz von dem "nunmehr verstörten Schloß".
Wappen der Marie Auguste von Ardeck,
verliehen vom König von Preußen 1876
In dem Buch "Denkwürdiger Antiquarius des Lohn-Stroms" mit einem Besitzverzeichnis vom 6. März 1808, das 1740 erschienen ist, lesen wir auf Seite 515:
"Anjetzo gehöret es (d. h. das Schloß Ardeck) den Edlen von Dietz, ist aber gänzlich verfallen".
Dem am 8. Juni 1815 auf dem Wiener Kongreß geschaffenen Deutschen Bund trat das Herzogtum Nassau als Mitglied bei. Die Ruine Ardeck gehoerte nun zum Herzogtum Nassau. Als es 1866 zur militärischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Großmächten Österreich und Preußen um die Vormachtstellung in Deutschland kam, schloß sich Nassau der österreichischen Seite an und mobilisierte seine Truppen.
Nach dem Sieg der Preußen über Österreich wurde das Herzogtum anektiert.
"Am Nachmittag des 8. Juli, es war ein Sonntag, sprengte ein Kommando von fünf preußischen Husaren durch die Stadt Diez nach der Rezeptur. Sie beschlagnahmten die Kasse, die jedoch nur wenige Gulden enthielt, da sie kurz vorher entleert worden war."
Am Abend besetzten zwei Kompanien des 25. Jülicher Landwehrregiments die Stadt. Die noch vorhandenen 14 nassauischen Soldaten mußten sich ergeben.
Diez war preußisch.
Herzog - Graf von Nassau wurde abgesetzt und durch einen Vertrag vom 18. September 1867 mit einer Entschädigung abgefunden.
1866 ging die Ruine Ardeck in den Besitz Preußens über.
1869 wurde die Ardeck an eine Seitenlinie der Kurfürsten von Hessen verkauft. Marie, geborene Prinzessin von Hanau, wurde vom König von Preußen der Titel "Prinzessin von Ardeck" verliehen. Ihre Kinder aus ihrer geschiedenen Ehe mit dem Prinzen Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barchfeld führten ebenfalls den Titel "von Ardeck".
Am 10. Juli 1986 ging die Burg Ardeck in den Besitz der Gemeinde Holzheim über.
Auszug aus dem Kaufvertrag, Urkundenrolle Nr. 932/1986, Notar Ernst-Dieter Irle, Diez, zwischen Wolfgang Donecker und Herrn Bürgermeister Helmut Weimar, Holzheim:
3. Im Sinne des Voreigentümers, des Vaters des Erschienen zu 1), der aus Heimatliebe 1926/1927 die Ruine Ardeck erwarb, um sie als Wahrzeichen von Holzhelm zu erhalten, übernimmt die Ortsgemeinde Holzheim zugleich für ihre etwaigen Rechtsnachfolger folgende Verpflichtungen:
- Die Burgruine ist in ihrer heutigen Gestalt als Wahrzeichen der Gemeinde Holzheim nach den Richtlinien der Denkmalschutzbehörden und in deren Einvernehmen zu erhalten.
- Die Burgruine darf nicht als Wirtschaftsbetrieb oder Teil eines solchen ausgebaut bzw. verwendet werden.
- Die Burgruine darf nicht an Dritte veräußert und auch nicht an Dritte durch Verpachtung oder auf andere Weise zur wirtschaftlichen Nutzung überlassen werden.






