Aarumgehung - Aktueller Sachstand vor der weiteren Planung durch den Landesbetrieb Mobilität
Von RZ-Redakteur Uli Pohl
Niederneisen/Flacht. Nach Flacht hat sich auch Niederneisen für die weitere Planung der Aarumgehung ausgesprochen. In den Gesprächen mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) wurde deutlich, dass die ortsferne Variante IV nicht nur von den Planern favorisiert wird. Die umweltverträglichsten Linien wurden vom Bundesverkehrsministerium aus Kostengründen abgelehnt.
Die Befürworter der Aarumgehung aus der Bürgerinitiative Ortsumgehung Niederneisen/Flacht (BIO) plädieren ebenfalls für die Variante IV. Die Gegner der Umgehung lehnen nach wie vor alle vom Landesbetrieb Mobilität erarbeiteten Vorschläge ab. Das ist die aktuelle Situation. Doch wie verläuft die favorisierte Variante? Zwar lässt der LBM den genauen Verlauf noch offen, doch zeichnet sich ein möglicher Korridor ab.
Die bisher geplante Variante IV zweigt aus Richtung Diez kommend zwischen Flacht und Holzheim nach links von der B 54 ab. Die Gemeinde Holzheim verlangt eine Unterquerung der Aartalbahn, wäre aber mit einer Brücke über die Aar einverstanden, sofern sie nicht das Landschaftsbild zerstört.
Flacht plädiert für eine Linie die weiter entfernt – wie bisher in den bisherigen Plänen vorgesehen – von der Wohnbebauung in der Wiesenstraße verläuft. So könnte der Holzheimer Sportplatz auf einer möglichen Trasse liegen. Die Linie verläuft weiter hinter dem Marmorwerk in Flacht ins Feld in Richtung Mensfelder Kopf, macht einen Bogen und kehrt hinter dem Wäldchen am Wohngebiet „Auf der Eich“ in Niederneisen wieder in Richtung alte B 54 zurück. Dabei müssten Aar und Aartalbahn überquert werden.
Die Gemeinde Oberneisen steht dem Bau der Umgehung nicht entgegen, doch müssen dabei bestimmte Kriterien erfüllt sein. So soll es durch den Bau zu keinen zusätzlichen Beeinträchtigungen für die Gemeinde kommen. Zudem dürften Aar- und das Herbachtal nicht durch ein unverhältnismäßiges Brückenbauwerk zerschnitten werden.
Die Streckenlänge der Variante IV von der Abzweigung bis zur Einmündung in die bestehende Bundesstraße beträgt 3,7 Kilometer. Die vorläufigen Kosten für die bisher geplante Linie beziffert der Landesbetrieb Mobilität auf 14,3 Millionen Euro.
Dies sind die Fakten und die Grundlage für die weitere Planung des LBM. Sie wird in den kommenden Monaten überarbeitet und anschließend unter Beteiligung der Ortsgemeinden neu bewertet.
Quelle: RZ v. 6.10.2011, Seite 23| < Zurück | Weiter > |
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