Initiative fordert politisch Verantwortliche zum Handeln auf – Lösung gemeinsam finden
Flacht/Niederneisen. Der Zeitpunkt für die Demonstration war gut gewählt. Zur Hauptverkehrszeit am Freitagnachmittag demonstrierten die rund 150 Teilnehmer für die Aarumgehung auf der Bundesstraße 54. Dazu aufgerufen hatte die Bürgerinitiative Ortsumgehung (B.I.O.). Die Demonstranten sorgten mit ihrem Aufmarsch für einen Rückstau in beide Verkehrsrichtungen. Vor der Demonstration verlieh B.I.O. der Forderung für die weitere Planung der ortsfernen Variante IV Nachdruck.
Ihr Sprecher Claif Schminke sagte: „Wir wissen, es ist nicht einfach, diese Trasse umzusetzen, doch wir hoffen, dass es möglich ist.“ Er richtete die Worte vor allem an die beiden Ortsbürgermeister Thomas Scheid (Flacht) und Karl Werner Jüngst (Niederneisen) sowie an die beiden Landtagsabgeordneten Matthias Lammert und Frank Puchtler, die zur Kundgebung auf dem Dorfplatz erschienen.
Lammert betonte, dass es das Recht der Bürger sei, eine Umgehung zu fordern: „Sie steht im vordringlichen Bedarf. Der Bundesverkehrswegeplan wird etwa 2015 novelliert. Deshalb muss die Planung voranschreiten.“ Thomas Scheid widersprach Gerüchten, dass die Planung durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) abgebrochen wurde: „Wir haben erst kürzlich ein Gespräch mit dem LBM geführt und haben uns dafür ausgesprochen, dass die Variante IV weiter beplant wird.“ Dennoch müsse die Lösung von einer großen Mehrheit getragen werden.
„Alle vier beteiligten Gemeinden, Niederneisen, Flacht, Holzheim und Oberneisen, müssen dafür ins Boot geholt werden“, sagte der Ortsbürgermeister und betonte, dass Flacht die Umgehung will. Karl Werner Jüngst sprach sich ebenfalls dafür aus, dass die Variante IV weiter beplant wird. Vergleichend dazu soll die Variante VI betrachtet werden, die von Flacht und Niederneisen favorisiert wird, vom Bundesverkehrsministerium jedoch wegen zu hoher Kosten abgelehnt wird.
Die Trasse führt um Flacht herum und verläuft in gedeckelter Trogform durch Niederneisen. Jüngst wiederholte die Aussage: „Wir wollen die Umgehung nicht um jeden Preis.“ So müsse beispielsweise über die Brückenbauwerke noch geredet werden. Er kündigte an, dass der LBM zurzeit eine Simulation erarbeitet, die den Verlauf und die Auswirkungen auf die Landschaft der Variante IV zeigt. Frank Puchtler sprach sich für eine Lösung zu einem vernünftigen Preis aus: „Wenn sich Flacht und Niederneisen bewegen, dann muss sich auch der Bund bewegen und bereit sein, gewisse Mittel zu investieren.“ Das Ziel müsse jedoch gemeinsam mit allen vier Ortsgemeinden erreicht werden.
Weitere Bilder von der Demonstration in Flacht gibt es auf http://www.rhein-zeitung.de/fotos/fotos-rhein-lahn-zeitung-diez_mmid,8210.html
Quelle: RZ Nr. 140 v. 18.06.2011 - Seite 21
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