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Diskussion um Aarumgehung spitzt sich zu

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Verkehr Infoveranstaltung von „Ja zur Aar“ – Wortgefechte von Befürwortern und Gegnern

Flacht. Die Positionen zur Aarumgehung sind klar: auf der einen Seite die Anwohner der B 54, die unter der starken Belastung durch das hohe Fahrzeugaufkommen leiden, auf der anderen die Umgehungsgegner, die durch die neue Trasse das Landschaftsbild und die Natur im unteren Aartal zerstört sehen.

Jetzt hatten die Gegner aus dem Verein „Ja zur Aar“ zu einer Veranstaltung in die Aartalhalle eingeladen, um noch einmal ihre Positionen darzulegen und über den neuesten Stand zu informieren und zu diskutieren.

Befürworter zeigen Transparente

Etwa 80 bis 90 Besucher waren gekommen, darunter auch zahlreiche Befürworter der Umgehung, die bereits vor der Halle mit Transparenten auf ihre Situation aufmerksam machten. Eingeladen waren auch die heimischen Direktkandidaten zur Landtagswahl, die an diesem Abend ihre Meinung zur Umgehung äußern sollten.

Von Beginn an entwickelte sich der Infoabend zu einem heftigen Meinungsaustausch, bei dem beide Parteien ihre Positionen zum Ausdruck brachten. Eine Diskussion, die mit gegenseitigen Anschuldigungen zusätzlich angeheizt wurde. Im Mittelpunkt stand jedoch zunächst die Information von „Ja zur Aar“, die das Treffen mit dem Titel „Bürgerinformation B 54 neu“ überschrieben hatte.

Neu waren die Fakten zur Umweltverträglichkeitsstudie II, die die von den Gemeinden Niederneisen und Flacht favorisierten Varianten V und VI – die in einer Tunnel- Trog-Lösung um Flacht und teilweise unterirdisch durch Niederneisen führen sollen – als für Natur und Landschaft verträglichste Lösung ausweisen.

Das Problem sind allerdings die Kosten in Höhe von 50 bis 60 Millionen Euro. Das Bundesverkehrsministerium hat für die Aarumgehung nur 14 Millionen veranschlagt (die RLZ berichtete).

Eine Stellungnahme der vier beteiligten Ortsgemeinden Holzheim, Flacht, Niederneisen und Oberneisen zur Planung durch den Landesbetrieb Mobilität liegt dem Bundesverkehrsministerium vor. Eine Antwort wird im Frühjahr erwartet.

„Ja zur Aar“ ist gegen alle Varianten und schlägt deshalb alternative Lösungen vor, die Verkehr und Lärm reduzieren sollen.

Im Vordergrund stehen dabei die Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die Schiene, das Aufbringen von Flüsterasphalt oder die Sanierung von losen Kanal- und Gullydeckeln in der Fahrbahn. Eine weitere Entlastung könnte durch eine Reduzierung des Ziel- und Quellverkehrs erreicht werden.

Fahrverhalten ändern

Durch eine Änderung des Fahrverhaltens der Bewohner von Flacht und Niederneisen könnte das Fahrzeugaufkommen ebenfalls reduziert werden. Kinder könnten beispielsweise zu Fuß zum Kindergarten oder zur Schule gebracht werden. Ein Vorschlag, der von Besuchern der Veranstaltung aus Flacht heftig kritisiert wurde, da die Flachter ihren Nachwuchs auch nach Niederneisen bringen müssen.

Ralf Jung-König, der Vorsitzende des Vereins „Keine Südumgehung Limburg“, erläuterte den Zusammenhang zwischen der Südumgehung Limburg, der Querspange Holzheim und der Aarumgehung. Jung-König sieht die Aarumgehung auch als Teil einer Trasse, die vom Flughafen Hahn über die geplante Mittelrheinbrücke durch den Rhein-Lahn-Kreis zur A 3 und weiter in Richtung Osten führen könnte.

Barbara Behnke, die Vorsitzende von „Ja zur Aar“, betonte, dass die erarbeiteten Ideen zur Reduzierung des Fahrzeugaufkommens nur eine Diskussionsgrundlage bedeuten: „Über diese Vorschläge wollen wir mit allen Beteiligten ins Gespräch kommen.“

von Uli Pohl

Quelle: RLZ Nr. 65 v. 18.03.2011 - Seite 21

 

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