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Keine zweite B 54

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Initiative „Ja zur Aar“ kämpft mit Ballons gegen Pläne für Ortsumfahrung

Mit Luftballons machte die Bürgerinitiative „Ja zur Aar“ auf die Informationsveranstaltung aufmerksam und kennzeichnete mit Ballons Verlauf und Dimension des möglichen Brückenbauwerks. Das Bild zeigt Marion Reiter, Achim Hillingshäuser, Barbara Benke, Holger Langschied und Uwe Pohl (von links). Foto: Westerweg

Mit Luftballons machte die Bürgerinitiative «Ja zur Aar» auf die Informationsveranstaltung aufmerksam und kennzeichnete mit Ballons Verlauf und Dimension des möglichen Brückenbauwerks. Das Bild zeigt Marion Reiter, Achim Hillingshäuser, Barbara Benke, Holger Langschied und Uwe Pohl (von links). Foto: Westerweg

Holzheim. Mit Absperrband und Riesen-Ballons kennzeichnete die Initiative «Ja zur Aar» Verlauf und Dimension eines Brückenbauwerks am Sportplatz in Holzheim. Symbolträchtiger hätte die Natur die Absicht der Neubau-Gegner nicht unterstreichen können. Mit einem kurzen «Paff» verabschiedeten sich in der Sommerhitze am Samstag nacheinander jene Ballons, die die gigantischen Ausmaße der Überführung bis in eine Höhe von zwölf Metern anzeigen sollten. Ginge es nach den Wünschen der Bürgerinitiative um Barbara Benke, dann könnten sich die Pläne einer Umgehung ähnlich effektvoll in Luft auflösen. «Ja zur Aar» lehnt die Ortsumfahrungen kategorisch ab. In verschiedenen Arbeitskreisen beschäftigen sich die mehr als 40 Mitglieder derzeit mit Konzepten für eine Entlastung der alten Bundesstraße.

Ob die Initiative es tatsächlich als Teilerfolg ansehen mag, bleibt abzuwarten. Doch seit die Ortsbürgermeister in der vergangenen Woche im Verbandsgemeinderat alle Ausbauvarianten bis auf Nummer 5 inklusive Tunnellösung ablehnten, kann sich der Widerstand auf eine Streckenführung konzentrieren: Hinter dem Gewerbegebiet in Niederneisen würde die Umgehung von der B 54 abzweigen, am Ortseingang die Aar überqueren, zwischen Aar und Bahnlinie und beiden Ortsteilen verlaufen, um das Klärwerk herumführen und hinter dem Marmorwerk ansetzen zur erneuten Überquerung von Aar und Bahn, um vor Holzheim wieder auf die B 54 einzumünden. Variante fünf würde dabei am Sportplatz, aber auch sehr nah an der Flachter Wohnbebauung vorbeiführen. Eine nachträglich in die Überlegungen aufgenommene Variante 6, sie hätte etwas mehr Abstand zu den Wohnhäusern, würde den Sportplatz durchschneiden.

Mit Absperrband und bedrohlich wirkenden schwarzen Ballons zeigte die Initiative an, welches Bauwerk auf das Gelände zukommen dürfte: In sechs Metern Mindesthöhe müssten die vor der Re-Aktivierung stehenden Gleise überquert werden, bevor sich die auf einem Erdwall angelegte Strecke auf 15 Metern Breite mit Schallschutz in eine Höhe von zwölf Metern erhebt. «Burg Ardeck», sagt Barbara Benke, «wäre von Flachter Seite nicht mehr zu sehen».

«Ende der Autobahn» steht entlang der Bundesstraße auf Hinweisschildern, die Interessierten den Weg zum Informationsstand anzeigen sollen. Kein schlechter Standort für die Aktion – den ganzen Tag über kommen auf dem angrenzenden Aartalradweg Radler vorbei, die sich mit einem kurzen «Ich möchte unterschreiben» in die Listen der Umgehungsgegner eintragen wollen. Sie alle wollen «keine zweite B 54».

«Ja zur Aar», dafür stehen namentlich Manuela Schäfer und Christoph Sohr (beide Flacht), Barbara Benke (Niederneisen), Christine Spriestersbach (Oberneisen) und Hardy Pfeiffer (Holzheim), informierten vor Ort über Linienführungen, Kosten und die Sorge, dass am Ende eben mit der billigsten auch jene Variante realisiert werden könnte, die für die Menschen am unverträglichsten ist.

Alle Trassen bedeuten nach Meinung der Initiative zusätzliche Lärmbelastung für alle, verminderte Lebensqualität und Zerstörung der Naherholungsgebiete, vernichtete Lebensräume für Tier- und Pflanzenwelt, ein gleich mehrfach zerschnittenes Aartal, den Verlust der touristischen Attraktivität und die Verschwendung von Steuergeldern zu Lasten der Kinder. Stattdessen fordert die Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des Aartals und gegen eine Verlegung der Bundesstraße einsetzt, ein sinnvolles Verkehrskonzept für alle.

«Ja zur Aar» geht davon aus, dass noch in diesem Jahr eine Linienführung festgelegt, schon 2012 der Planfeststellungsbeschluss gefällt und die Baugenehmigung erteilt werden könnte. Finanzielle Mittel vorausgesetzt, könnten 2013 dann die Bagger anrücken. hbw

Quelle: NNP v. 23.08.2010

 

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