Informationsveranstaltung des Landesbetriebs Mobilität für die Bürger in Flacht - 5 mögliche Varianten vorgestellt
Schwierig gestaltet sich die Planung der Aarumgehung Niederneisen-Flacht. Jetzt präsentierte der LBM die ersten möglichen Varianten:
Keine der fünf vom LBM vorgestellten Varianten zur Aarumgehung Niederneisen-Flacht genießt eine eindeutige Präferenz. Das ist ein Ergebnis der von den Bürgern in den beiden Ortschaften lange erwarteten Einwohnerversammlung in der Aartalhalle in Flacht.
Mehr als 200 Besucher folgten der Einladung des LBM. Die Umgehung der B54 steht im Bundesverkehrswegplan im vordringlichen Bedarf. Rund 12.000 Fahrzeuge rollen derzeit am Tag durch die beiden Orte. Eine Schätzung des LBM für das Verkehrsaufkommen 2020 ergab einen Anstieg auf etwa 15.000 Fahrzeuge mit einem großen Anteil des Schwerlastverkehrs. Bei einer Umgehung würde sich die Anzahl um etwa 10.000 Fahrzeuge reduzieren.
Alle vom LBM erarbeiteten Varianten einer Umgehung bringen jedoch erhebliche Eingriffe in Natur und das Landschaftsbild mit sich oder verlagern die Verkehrsproblematik auf Randgebiete der beiden Orte.
Von der Umgehung betroffen sind auch die Gemeinden Holzheim und Oberneisen. Auf deren Gemarkung zweigen zweigen alle Varianten von der B54 ab und führen auf östlicher Seite um Niederneisen und Flacht herum oder durchqueren das Tal entlang der Aar und der Trasse der Aartalbahn, die 2014 reaktiviert wird.
Alle möglichen Linien führen von der B54 zwischen Holzheim und Flacht über eine Brücke über die Aar und die Aartalbahn. Sie verlaufen an Flacht und Niederneisen vorbei oder durch eine Schneise in der Tallage bis zur Einmündung in die Bundesstraße zwischen Niederneisen und Oberneisen.
Variante 1 führt über die rund 80m lange Brücke im Hang hinter der Kläranlage zwischen und Niederneisen. Hinter einem Wohngebiet in Niederneisen und einer Anhöhe geht es über eine Brücke zwischen Oberneisen und Niederneisen zurück auf die B54.
Variante 2 verläuft hinter der Kläranlage zurück zum Bahndamm und über eine Brücke über die Aar zur B54.
Die Variante 3 liegt auf der Bahntrasse. Sie macht daher ein Verlegen des Schienenwegs in östlicher Richtung erforderlich. Zudem gibt es dabei eine Untervariante, die jedoch näher an der Ortsbebauung Holzheim liegt. Weiterhin müssten Gebäude, wie der Bahnhof in Flacht, abgerissen werden.
Bei Variante 4 führt die Umgehung weiträumig über die Aarhöhen und eine 220m lange Brücke auf die B54 zurück.
Variante 5 wurde von den Bürgermeistern der Bürgermeistern der Gemeinden im Aartal mit initiiert. Sie sieht einen Trog zwischen Holzheim und Flacht und einen Tunnel innerhalb der Bebauung in Niederneisen vor. Diese Variante mündet über eine Aarbrücke bei Oberneisen auf die B54.
"Es ist eine schwierige Raumplanung. Dabei kann keine Lösung gefunden werden, die allen Beteiligten gerecht wird", kommentierte Heinz-Peter Uhrmacher das vorläufige Ergebnis.
Die Kosten für die verschiedenen Varianten liegen zwischen 15 und 50 Millionen Euro. Die teuerste ist die Tunnel-Trog-Lösung. Die möglichen Linien werden jetzt in den örtlichen Gremien beraten.
Uli Pohl
Quelle: Lahnzeitung Nr. 274 vom 25.11.2009
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