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Rhein-Lahn-Kreis

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Bürger diskutieren die Umgehung an der Aar

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Varianten und Umweltverträglichkeitsstudie in der Flachter Aartalhalle vorgestellt - Gemeinsame Lösung für alle beteiligten Gemeinden ist noch zu finden

Die Einwohnerversammlung zur Ortsumgehung Flacht wurde mit Spannung erwartet. Denn die Bürger, die an den Ortsdurchfahrten wohnen, wünschen sich nichts sehnlicher als vom Fahrzeugverkehr entlastet zu werden.

  • Riesige Bauwerke wie etwa 80 Meter oder 220 Meter lange Brücken.
  • Eine Trasse, die über einen Damm an Flacht und Niederneisen vorbeiführt.
  • Schneisen, die in 8 Metern Tiefe verlaufen und meterhohe Lärmschutzwände.

    Die möglichen Varianten der Ortsumgehung Niederneisen / Flacht an der B54 bringen erhebliche Einschnitte in das Landschaftsbild mit sich. Mehr als schwierig gestaltete sich die Linienfindung bisher, wie Heinz Peter Uhrmacher, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM), in der Einwohnerversammlung in der Flachter Aartalhalle betonte. Dabei präsentierte der LBM die möglichen Varianten und berichtete über den derzeitigen Stand der Umweltverträglichkeitsstudie.

    Ein MItarbeiter eines beauftragten Planungsbüros berichtete, dass die Umgehung erhebliche Auswirkungen auf Fauna und FLora habe. Besonders die Aar-Auen hätten mit dem Radweg und den Wiesen eine große Bedeutung für den Naherholungswert. Zudem würden die Seitentäler zwischen Flacht und Oberneisen von seltenen Vogelarten aufgesucht. Auch wertvolle landwirtschaftliche Flächen seien von der möglichen neuen Trasse betroffen.

    Noch nicht komplett in die Studie mit eingearbeitet ist eine Linie, die in einem Treffen der Bürgermeister aus den Aargemeinden mit dem LBM angeregt wurde:Die sogenannte Tunnel-Trog-Lösung.

    Sie wird von einigen Bürgermeistern befürwortet, bildet aber gleichzeitig auch die teuerste Variante.

    "Der Kosten-Nutzen-Faktor muss hier stimmen", kommentierte Uhrmacher eine Aussage von Karl Werner Jüngst, Ortsbürgermeister von Niederneisen, der die Tunnel-Trog-Lösung als optimale Variante favorisiert.

    Der Leiter des LBM führte weiter an, dass die wirtschaftliche Betrachtung der Trasse jedoch nicht das Aus für die Umgehung bedeutet. Claif Schminke, Sprecher der Bürgerinititative Ortsumgehung Niederneisen-Flacht, bot dem Landesbetrieb die UNterstützung durch eine Arbeitsgruppe an. Schminke betonte, dass mit allen Beteiligten gemeinsam eine Lösung gefunden werden müsse ohne einander weh zu tun.

    Ähnlich äußerte sich Karl Werner Jüngst: "Wir müssen für alle vier beteiligten Orte, HOlzheim, Flacht, Niederneisen und Oberneisen, eine verträgliche LÖsung finden."

    In einer sich an die Informationen des LBM anschließenden Diskussion fragte eine Besucherin, ob auch eine Umgehung auf der westlichen Seite der beiden Orte Niederneisen und Flacht untersucht worden sei. Dazu sagte Heinz Peter Uhrmacher: "Wir haben auch diese Möglichkeit in Betracht gezogen, doch sie hat noch weitreichendere Auswirkungen auf Natur und Umwelt. Zudem wäre die Trasse auf westlicher Seite fast doppelt so lang wie auf östlicher. Dort haben alle Varianten eine Länge zwischen 3.060m und 3.700m." Uhrmacher berichtete weiter, das die Ergebnisse demnächst in den zuständigen Ministerien auf Landes- und Bundesebene diskutiert werden.

    Eine Anfrage aus dem Zuschauerraum, ob ein zeitlicher Ablauf für die weitere Planung der Umgehung definiert werden könne, beantwortete er mit einem klaren "nein". "Uns ist es wichtig, dass wir die Bevölkerung für den schwierigen Planungsprozess sensibilisieren. Und ich glaube, dass dies uns mit dem Informationsabend gelungen ist", so Uhrmacher abschließend.

    Uli Pohl

    Quelle: Lahnzeitung Nr. 274 vom 25.11.2009
     

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