Wirtschaftspläne - Werke planen neue Wasserleitungen unter der Industriestraße in Diez
Von RZ-Redaktionsleiter Hans Georg Egenolf
Diez. Der Wasserpreis in der Verbandsgemeinde Diez bleibt stabil, für die Abwasserentsorgung müssen die Bürger zumindest zum Teil etwas tiefer in die Tasche greifen, wenn der Verbandsgemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag kommender Woche den Plänen der Werke zustimmt.
Laut Michael Schnatz, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Diez, soll die Grundgebühr beim Abwasser bis 2013 in zwei Schritten zunächst von 25 auf 27,5 Prozent und dann auf 30 Prozent erhöht werden.
Für einen Durchschnittshaushalt mit vier Personen ergibt das laut Schnatz eine jährliche Mehrbelastung von 5,40 Euro. Im Gegenzug sollen die flexiblen, verbrauchsabhängigen Schmutzwassergebühren von 1,97 Euro pro Kubikmeter auf 1,92 Euro (2012) und im Folgejahr auf 1,87 Euro gesenkt werden.
Die Verbandsgemeinde reagiert mit dieser Entscheidung auf Hinweise von Wirtschaftsprüfern, die davor warnen, die Schere zwischen Fixkosten und festen Einnahmen zu weit auseinandergehen zu lassen. 80 bis 85 Prozent der Kosten, die in den Werken anfallen, sind laut Schnatz Infrastrukturkosten, an denen nicht zu drehen ist.Durch die Erhöhung der Grundgebühr werden dem nun verlässlichere Einnahmen gegenübergestellt. Dennoch schließt der Wirtschaftsplan für den Betriebszweig Abwasser 2012 mit einem Jahresverlust von 65 000 Euro ab. Die geplanten Investitionen belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro.
Zu den wichtigsten Projekten zählt die Erschließung des Wohngebietes Hohe Straße II in Freiendiez (350 000 Euro), die Erschließung des Neubaugebietes In den Erlen 2 in Holzheim (180 000 Euro) und die Erneuerung des Mischwasserkanals am Sportplatz in Hambach. 100 000 Euro. Dringende Erneuerungsmaßnahmen, die sich aus Kamerabefahrungen ergeben haben, schlagen mit 200 000 Euro zu Buche.
Beim Betriebszweig Wasserversorgung sind Investitionen in Höhe von gut 2 Millionen Euro geplant. Dickster Brocken ist dabei der Neubau eines Hochbehälters für die Ortsgemeinden Altendiez und Heistenbach. 960 000 Euro von Gesamtkosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro fallen im kommenden Jahr an. Von dem Neubau profitieren auch die Esteraugemeinden, für die der Hochbehälter als Zwischenspeicher genutzt werden soll. 310 000 Euro sieht der Investitionsplan für die Erneuerung der Wasserleitungen in der Industriestraße vor.
Voraussetzung ist, dass die Stadt Diez den schon länger geplanten Ausbau der Straße im kommenden Jahr endlich hinbekommt. Die Fahrbahn befindet sich in einem äußerst schlechten Zustand. Der Kanal unter der Industriestraße ist bereits saniert worden. Laut Stadtbürgermeister Gerhard Maxeiner hat die Stadt prinzipiell vor, die Straße ausbauen. Abhängig ist die Realisierung des 1,3 Millionen Euro teuren Vorhabens aber von der Förderung durch das Land. Ein Antrag ist gestellt. Klärungsbedarf besteht außerdem hinsichtlich der Frage, wie die Anlieger an den Ausbaukosten beteiligt werden.
Als weiteres Projekt ist auch die Erneuerung der Wassertransportleitung zwischen dem Küppel und der Ortslage in Steinsberg geplant.
Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Samstag, 3. Dezember 2011, Seite 22
| < Zurück | Weiter > |
|---|





