Holzheimer Verein investiert viel Arbeit in sein Anwesen und versteht auch zu genießen
Brigitte und Wolfgang Weiss, Rosie und Karl August Meyer
mit weiteren fleißigen Helfern des Holzheimer
Obst- und Gartenbauvereins vor ihrem Domizil im Lehrgarten.
Foto: Rücker
Holzheim. Karl Stendebach, Schreiner und Mitglied des Holzheimer Obst- und Gartenbauvereins, wusste die Beschaulichkeit der Obstwiese (der heutige Lehrgarten) bereits vor vielen Jahren zu schätzen. Beim damaligen Bau des Gartenhäuschens schnitzte er an unauffälliger Stelle folgenden Spruch ein: "Des Obstbaumgärtners stilles Glück - nach getaner Arbeit - der Ardeckblick".
In der Tat, es ist ein kleines Idyll, das die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins hegen und pflegen - und dabei den unverbauten Blick auf die Burgruine Ardeck genießen.
In jedem Jahr kommt im Lehrgarten ein neuer Baum hinzu. Die Mitglieder bewahren somit die Tradition des berühmten Diezer Pomologen (Obstsortenkenner) Dr. Adrian Diel und pflanzen nur die alten, kaum noch käuflichen Sorten an.
Nach der Pflanzung des roten Boskops im vergangenen Jahr trägt nun der noch junge "James Grieve" die ersten Früchte. Da dieses Jahr nicht das beste für Kernobst ist, mutet es wie ein kleines Wunder an, dass zwischen alten Williams- Birnen ein junger Baum mit alter Apfelfrucht so prächtig gedeiht. Das liegt bestimmt auch an der guten Pflege des rührigen Vorstands, der in Holzheim auch ein bisschen Pionierarbeit leistet.
Mehr als 800 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden sind es, die die Vereinsmitglieder in die Pflege der öffentlichen Beete ihres Dorfes investieren, In diesem Jahr ist nun noch das Beet an der B 54, Ortsausgang Diez, hinzugekommen, das von ihnen bepflanzt wurde und auf dem Dauerpflegeplan steht.
Als ein Dankeschön an alle Mitglieder und zugleich für die Bürger Holzheims richtet der inzwischen 76-jährige Verein mit insgesamt 142 Mltgliedern neben dem Weihnachtsmarkt und der Wanderung am Karfreitag auch das Gartenfest im Sommer aus.
Von 1987 an wurde es als Blütenfest in den Monat Mai gelegt, Doch meist war das Wetter schlecht. Seit sechs Jahren ist deshalb der erste Sonntag im August dazu bestimmt, im Lehrgarten die Stille, die Natur, den wunderschönen Ausblick und das kulinarische Verwöhnprograrnm des Obst- und Gartenbauvereins zu genießen.
Viele Besucher kamen wieder zum Gartenfest. Wie Vorsitzende Brigitte Weiss ünd ihre Vertreterin Rosie Meyer berichteten, fanden die 18 selbst gebackenen Kuchen reißenden Absatz. Zuvor gab es leckere Bratwurst, Rippchen und Bratkartoffeln zum Mittagessen. "Besonders die älteren Mitbürger finden den Weg zu uns. Sie wissen unsere Arbeit zu schätzen und kommen gern zu einem Schwätzchen hierher", erzählten die beiden Frauen. Für die Gäste wurden, wie Wolfgang Weiss erzählt, zwölf neue Sitzgarnituren und drei Bistrotische angeschafft. Drei Zelte sorgten für Wetterunabhängigkeit.
Wilma Rücker
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