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Rhein-Lahn-Kreis

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Bei Freunden in Ruanda

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4000 Menschen jubelten den Holzheimern in Rambura zu – Treffen mit Premierminister

Elf Holzheimer Ruandafreunde besuchten die Partnergemeinde Rambura, im Nordwesten des ostafrikanischen Landes gelegen. Dort wurden sie von 4000 Menschen begeistert empfangen.

Holzheim. Die Holzheimer Besuchergruppe am Partnerschaftsschild vor dem Sektorenbüro Rambura: (hinten von links) Walter Rump, Axel Dietrich, Bernd Klees, Helmut Weimar und Angelika Rump; (vorne von links) Roswitha Dietrich, Berthold Hölzel, Sigi Weimar, Gabi Klees und Karin Hölzel.

Die Holzheimer Besuchergruppe am Partnerschaftsschild vor dem Sektorenbüro Rambura:
(hinten von links) Walter Rump, Axel Dietrich, Bernd Klees, Helmut Weimar und Angelika Rump;
(vorne von links) Roswitha Dietrich, Berthold Hölzel, Sigi Weimar, Gabi Klees und Karin Hölzel.

Organisiert wurde die Reise vom Holzheimer Ruandabeauftragten Helmut Weimar. Erstes Ziel war die Hauptstadt Kigali, die sich ständig weiterentwickelt. Auffällig die Sauberkeit, die gepflegten und mit Blumen umrandeten Straßen und Kreisel. Alle Artikel aus Plastik (zum Beispiel Taschen) sind in Ruanda verboten.

Schon am ersten Tag reiste die Gruppe nach Kabgayi, einem katholischen Bischofssitz, der mit dem Bistum Limburg in Verbindung steht, um dort mit über 1000 Gläubigen an einem Gottesdienst teilzunehmen. Ein Besuch des dortigen Krankenhauses und des Seniorenheims waren die weiteren Programmpunkte. Zurück in Kigali besuchte die Gruppe die Genozid-Gedenkstätte und das Kandt-Haus, ein ruandisch-deutsches Museum, das unter anderem an die deutsche Kolonialzeit von 1894 bis 1916 erinnert. In diesem Gebäude, auf einem Hügel über der Stadt, lebte von 1907 bis zum Ende der deutschen Kolonialzeit, der Arzt Dr. Richard Kandt als kaiserlicher Resident.

Büffel und Nilpferde

Um möglichst viel von Ruanda zu sehen, ging die Reise weiter in den Osten des Landes in den Akagera-Nationalpark. Bei einer Fahrt durch den Park beeindruckte der Wildreichtum. Büffel, Zebras, Giraffen, Antilopen, Impalas, Nilpferde, verschiedene Affen- und Vogelarten sowie ein riesiger Elefant boten den Besuchern ausgezeichnete Fotomotive. Noch am gleichen Tag ging es in den Norden des Landes zur Übernachtung in Musanze, dem Ausgangspunkt für den Besuch der Berggorillas im Gebiet der Virunga-Vulkane. Nach einer siebenstündigen erfolgreichen Tour durch den hoch gelegenen Regenwald kamen die Teilnehmer am späten Nachmittag erschöpft, aber begeistert von dem Erlebnis, 22 Berggorillas aus unmittelbarer Nähe erlebt zu haben, zurück nach Musanze, um in den Westen des Landes nach Rubavu an den Kivu-See zu fahren.

Nach Übernachtung in einem kleinen Hotel in unmittelbarer Nähe zur Kongo-Grenze wurde am kommenden Tag der Besuch der Partnergemeinde Rambura zum Höhepunkt der Reise. Von insgesamt über 4000 Menschen wurden die Partner aus Holzheim vor den Primarschulen Birembo und St. Raphael, der Mädchensekundarschule Rambura sowie dem Berufsausbildungszentrum Kibihekane mit Gesang, Tanz und vielen Dankesworten begeistert empfangen. Alle von der Ruandahilfe Holzheim in Rambura mitfinanzierten Projekte waren in einem Top-Zustand. Ob es die vielen Klassenräume waren, die erst kürzlich fertiggestellte Bibliothek mit Computerraum der Primarschule St. Raphael oder das Berufsausbildungszentrum Kibihekane, an dem an diesem Tag Prüfungen stattfanden. Nach überwältigender Verabschiedung von den Freunden in Rambura ging es weiter nach Kibuye am südlichen Ende des Kivu-Sees und von dort zurück nach Kigali.

Am Tag des Rückflugs kam es unerwartet zu einem weiteren Höhepunkt der Ruandareise. Bereits am Vortag hat der Ruandabeauftragte Helmut Weimar versucht, seinen Freund, den Premierminister Bernard Makuza, anzurufen. Dies gelang nicht, weil der Premierminister bis spät in den Abend eine Sitzung des Kabinetts leitete. Es gelang aber am Samstag, dem Tag des Rückflugs, als der Premierminister in Freizeitkleidung mit dem Auto Richtung Heimatort unterwegs war. Als er hörte, Helmut und Besucher aus Holzheim sind da, sagte er spontan "Ich komme zu euch in das Hotel Mille Collines (das frühere Hotel Ruanda)".

Das Hotelpersonal bekam den Auftrag, ein sicheres Besprechungszimmer herzurichten und für seine Sicherheit zu sorgen. Alles musste in 20 Minuten organisiert werden. Freudestrahlend begrüßte er seinen Freund Helmut und die Holzheimer und erinnerte sich noch sehr gerne an seine Besuche in Holzheim, als er noch ruandischer Botschafter in Bonn war. Vor allem an die über 600 Jahre alte Burg Ardeck, als er mit seiner Ehefrau 1995 beim Festabend anlässlich der 600-Jahrfeier auf der Burg zu Gast war. Als Erinnerung überreichte ihm Helmut Weimar ein Bild von der Burg Ardeck mit Holzheim. Der Premierminister versprach, im Oktober die Partnergemeinde Rambura zu besuchen und im Jahr 2013 an einem Festabend anlässlich des Jubiläums "25 Jahre Partnerschaft Holzheim – Rambura" teilzunehmen. (nnp)

Quelle: NNP v. 14.09.2011
 

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