Aufführung - Verein Fairy-Tale Holzheim und Funkenflugtheater der Stiftung Scheuern brachten ein gemeinsames Stück auf die Bühne
Von RZ-Mitarbeiterin Susanne Schneider
Nassau. In der gut besetzten Stadthalle wurde das Märchen „Das Zauberkissen“ von Peter Klusen als gemeinschaftliche Veranstaltung des Theatervereins Fairy-Tale Holzheim und des Funkenflugtheaters der Stiftung Scheuern aufgeführt. Die Besonderheit: Jede Rolle war doppelt besetzt – mit einem Darsteller des Funkenflugtheaters und als „Schatten“ mit einem Laienschauspieler des Fairy-Tale Theaters. Letzterer leistete Unterstützung, wenn es wegen der Aufregung mit dem Text einmal haperte.
„So können Talente und Persönlichkeit der Schauspieler mit Behinderungen wunderbar auf die Bühne gebracht werden“, sagte Stefanie Legde, die die Theaterarbeit der Stiftung mit Maria Metzger leitet. Die Unterstützung erfolgte diskret im Hintergrund und nur, soweit es nötig war. Die Zusammenarbeit mit der Gruppe aus Holzheim war eine Premiere, für die der Landtagsabgeordnete Matthias Lammert die Schirmherrschaft übernommen hatte.
Zum Gelingen der Aufführung trugen maßgeblich die fabelhaften Schauspieler bei, deren Begeisterung und Motivation sich unmittelbar auf die Zuschauer übertrug, die reichlich Szenenapplaus spendeten. Auch die liebevoll gestalteten Kostüme und Kulissen, die überwiegend vom Fairy-Tale Theater zur Verfügung gestellt worden waren, leisteten ihren Beitrag zu einem wundervollen Nachmittag. Die Zusammenarbeit zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen erwies sich als Erfolg, womit auch der Wunsch von Stefanie Legde (Funkenflugtheater) und Monika Birlenbach (Fairy-Tale Theater) in Erfüllung gegangen ist: „Wir wollen zeigen, dass die Integration von Menschen mit Behinderung spielend gelingen kann.“
Das Stück erzählt die Geschichte von der kranken Prinzessin Paloma (Jennifer Schlaadt/Mara Lenhardt), deren Leiden sich niemand erklären kann. Auch die Fürsorge der Zofe (Helga Krause) und des Leibwächters (Guido Ries) bringt keine Linderung, ebenso wenig die Medizin des Arztes (Horst Mischel). Erst als Freundin Lisa (Monika Heppner/Mara Lenhardt) gesteht, dass die Prinzessin beim Spielen einen Eiszapfen abgebrochen hat, findet Zauberer Merlin (Georg Klein/Reinhard Gräber) eine Lösung: Nur das Zauberkissen kann die Prinzessin vor dem Tod retten. Das wird aber von den Zwergen Gries und Gram (Lore Arnold/Andreas Lenhardt) bewacht, die jeden töten, der sich in ihre Nähe wagt. Die verzweifelten Eltern, König (Marc Solomeyer/Siegfried Solomeyer) und Königin (Iris Solomeyer/Carina Dresler), schicken den Herold (Walter Moll/Dominik Krissel) ins Land, um jemanden zu finden, der das Zauberkissen herbeischafft. Als Lohn versprechen sie das halbe Königreich und die Hand der Prinzessin. Nur der einfache Schafhirte Pit von der Heide (Christian Döllken/Dominik Krissel) und sein treues Schaf (Fabio Nelde) wollen das Wagnis auf sich nehmen. Bald steht einem glücklichen Ende nichts mehr in Wege.
Quelle: RZ v. 31. 08.2011, Seite 22
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