Fairy-Tale überzeugt erneut mit hinreißendem Theaterstück – Effekte ziehen Kinder in ihren Bann
Eine grandiose Besetzung: Denia Gilberg als Anneliese, Lisa-Marie Haberstroh als Peter und Thomas Göhl als grimmiger Mondmann.
Fotos: Thamm
Holzheim. Schnee und Eis können Anneliese und Peter, den Hauptakteuren des wundervollen Märchens, selbst im Weltall nichts anhaben. Doch auf der Erde ist alles anders. Schnee und Eis hielten bei der gestrigen Premiere zahlreiche Zuschauer von der hinreißenden Theateraufführung fern. Einige Busse fuhren einfach nicht, so zum Beispiel aus Strinz-Trinitatis, Katzenelnbogen und sogar aus der näheren Region. Diese Kinder haben viel versäumt, doch sie können die Ausweichtermine wahrnehmen: Am heutigen Freitag um 12 Uhr ist eigens hierfür eine Zusatzvorstellung geplant, es geht auch um 15 Uhr und am Samstag um 16 Uhr (Benefizvorstellung für behinderte Mitmenschen). Und am Sonntagnachmittag um 15 Uhr ist eine Familienvorstellung.
Viele Sternlein
Doch zurück zu Peter, Anneliese, Sumsemann & Co: Die Kinder der Kindergärten aus Limburger Stadtteilen waren aus dem Häuschen, ließen sich bei der Premiere auf die Reise zum Mond mitnehmen, summten das Lied «Weißt du, wieviel Sternlein stehen» mit, erschraken beim Knall der Mondkanone, staunten über Blitz und Donner und all die anderen Naturgewalten, die Peter, Anneliese, der Maikäfer Sumsemann und der Sandmann als abenteuerliche Begegnungen erleben.
Ja, der Herr Sumsemann, der Maikäfer, der sein sechstes Beinchen in den Weiten des Alls sucht – das ist eine drollige Figur und Mara Lenhardt auf den Leib geschrieben. Zu putzig ihre Mimik und Gestik, diesen dickbäuchigen Maikäfer muss man einfach gern haben. Und wenn er – als alter Angsthase – auf den Rücken fällt und mit den fünf Beinchen strampelt oder sogar in Ohnmacht fällt – dann ist der Clou perfekt.
Aber auch die Rollen von Peter und Anneliese sind mit Lisa-Marie Haberstroh und Denia Gilberg hervorragend besetzt. Beide Mädchen können sich geradezu professionell in ihre Charaktere einfühlen, spielen höchst überzeugend, sichtlich frei von Lampenfieber, absolut textsicher. Da macht es kaum etwas aus, dass Peter im wirklichen Leben ein Mädchen ist. Trotz ihres jugendlichen Alters spielen beide schon viele Jahre bei Fairy-Tale, und das zahlt sich aus.
Die Regisseurin und Vereinsvorsitzende Monika Birlenbach hat bei der Rollenverteilung erneut ein äußerst glückliches Händchen unter Beweis gestellt. Geradezu phantastisch Thomas Göhl als grimmiger und nach Fleisch lechzendem Mondmann, der Peter und Anneliese bei der Suche nach dem Maikäfer-Beinchen am liebsten verspeist hätte. Eine wahre Augenweide.
Oder auch Edita Klein und Kerstin Lankes als Nachtfee und Sonne, beide wunderschön herausgeputzt, geradezu von majestätischer Pracht. So wurden Charaktere und Kostüme in märchenhafter Harmonie miteinander verknüpft. Auch das ist eine Kunst.
Ebenso wie der Kulissenbau. Die gewaltige Kanone, in die Peter mit Holzschwert, Anneliese mit Puppe und Sumsemann einsteigen und zum Mond geschossen werden, ist schon ein Prachtstück. Und die Sternenwiese mit den goldigen Sternenkindern, der Thron des Weihnachtsmannes, das Schlafzimmer von Peter und Anneliese und das spielzeugüberflutete Weihnachtszimmer machen es den Zuschauern leicht, sich in die einzelnen Szenen zu versetzen.
Zum himmlischen Vergnügen tragen außerdem die Licht- und Toneffekte bei wie Blitz und Donner und Eis und Sturm, Trommelwirbel und Musik. Das hält die Konzentration selbst der kleinsten Zuschauer hoch. Da wirkt nicht einmal der Schlafsand, den der Sandmann über die Kinder streut. Der wirkt nämlich nur im Märchen. tam
Quelle: NNP v. 10.12.2010
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