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Rhein-Lahn-Kreis

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Ruandahilfe Holzheim

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Die technische Berufsschule Kibihekane in der Holzheimer Partnergemeinde Rambura/Ruanda beginnt im April 2010 mit der Elektrikerausbildung

Bildungsreform in Ruanda

Das rheinland-pfälzische Partnerland Ruanda hat in diesem Jahr eine neue umfassende Bildungsreform durchgeführt.

Die Schülerinnen und Schüler müssen anstatt bisher 6 zukünftig 9 Jahre die Primarschule besuchen. An der sich weitere 3 Jahre weiterführende Bildung anschließen. Dadurch sollen das Bildungsniveau und die Zahl der erfolgreichen Schulabschlüsse erhöht werden. Angestrebt wird außerdem eine Reduktion des momentanen Lehrer/innen – Schüler/innen-Verhältnisses (1:45) sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Unterrichtsstunden auf 24 Stunden.

Die wichtigste Änderung betrifft allerdings die Sprache. So wurde Französisch als Unterrichtssprache durch Englisch abgelöst. Hintergrund ist die offizielle Aufnahme des ehemals frankophonen Ruandas als 54. Mitglied in den Commenwealth of Nations. Auch der beruflichen Bildung wird seitens der ruandischen Regierung besondere Bedeutung beigemessen. So wurde mit "Work Development Authority" (WDA) eine neue Behörde geschaffen, die ausschließlich für die berufliche Bildung zuständig ist.

Berufsausbildungszentrum Kibihekane in der Holzheimer Partnergemeinde Rambura

Die berufliche Bildung in Rambura war für den Holzheimer Ruandabeauftragten Helmut Weimar und die Ruandafreunde Bernd Klees und Harald Welz wichtigster Anlass noch in diesem Jahr die Partnergemeinde zu besuchen, um sich im zukünftigen Berufsausbildungszentrum Kibihekane vor Ort über den aktuellen Stand der Bauarbeiten und der Ausstattung zu informieren. Die Holzheimer wurden dabei begleitet vom Leiter des rheinland-pfälzischen Koordinationsbüros in Kigali, Michael Nieden und dem Baukoordinator des Büros, Martin Jäger.

In einer anschließenden Gesprächsrunde mit dem zuständigen Bürgermeister des Distrikts Nyabihu, Jean Ndagijimana, dem Exekutivsekretär (Chef) des Sektors Rambura, Simon Mutwarangabo, dem Leiter der Sekundarschule Kibihekane, allen übrigen Schulleitern des Sektors und Mitarbeitern des PAGI-Projekts der HWK Rheinhessen in Rubavu wurden weitere Maßnahmen hinsichtlich Ausstattung der Ausbildungsräume für Elektriker, Schweißer und Schlosser besprochen und die Finanzierung der notwendigen Starkstromversorgung des Gebäudes sichergestellt.

Wegen der Bedeutung dieses Projekts, als Modell zukünftiger ruandischer Berufsbildungseinrichtungen für technische Berufe und der ggf. damit verbundenen rheinland-pfälzischer Unterstützung, hat der Leiter des Koordinationsbüros Michael Nieden dieses Projekt zur Chefsache erklärt und wird es, um Reibungsverluste zu vermeiden, zukünftig persönlich begleiten.

Bei der Abschlussbesprechung wurde folgendes vereinbart:

  • Die Innenausstattung der Ausbildungswerkstätten für Elektriker, Schweißer, Schmiede und Schlosser muss in den nächsten Wochen durchgeführt werden. Das Koordinationsbüro erstellt bezüglich der der Finanzierung einen Ergänzungs-Förderantrag.
  • Der Distrikt Nyabihu übernimmt alle Kosten des Anschlusses an das 200 m entfernte Stromnetz. Dieser ergänzende Stromanschluss ist notwendig wegen der Starkstromversorgung des Gebäudes.

Außerdem wird der Distrikt Nyabihu, in ihm leben 300.000 Einwohner, das Ausbildungszentrum in seinen Entwicklungsplan 2010 aufnehmen. Bis Ende dieses Jahres wird ein Ablaufplan erstellt, in dem festgelegt wird, bis zu welchem Zeitpunkt die einzelnen Arbeiten zu beenden sind.

Das Ausbildungszentrum wird als Technikerschule eingerichtet, zu der Jugendliche aus allen Landesteilen Zugang haben und die in der Schule auch internatsmäßig untergebracht werden können.

Die Partner Rambura und Holzheim waren mit der ausschließlichen Einrichtung als Technikerschule nicht einverstanden. Der Sektorchef Rambura und der Holzheimer Ruandabeauftragte Helmut Weimar, forderten im Interesse der Jugendlichen aus Rambura eine zweigleisige Lösung und zwar zu dieser landesweiten Technikerschule die zusätzliche Einrichtung einer technischen Berufsschule, die ausschließlich Jugendlichen aus Rambura für die Handwerkerausbildung zur Verfügung steht.

Nach kurzer Diskussion waren alle Besprechungsteilnehmer letztlich mit dieser Doppelnutzung einverstanden.

Mitte April 2010 soll nun zunächst für die Jugendlichen aus Rambura die Elektrikerausbildung beginnen. Spätestens mit Beginn des Schuljahres 2011 soll die Technikerschule Ihren Betrieb aufnehmen. Der Distrikt Nyabihu, der Sektor Rambura und der deutsche Partner Holzheim sollen über den Ablauf der Arbeiten vor Ort ständig und zeitnah informiert werden.

Für die Finanzierung der noch notwendigen Werkstattausstattung kann die Ruandahilfe der Ortsgemeinde Holzheim weitere 2.800,- € zur Verfügung stellen.

Das hervorragende Benefizkonzert am 28.11.2009 in der Herz-Jesu-Kirche in Diez erbrachte mit ergänzenden Spenden 2400,- €.

Eine aus dem Losverkauf beim Diezer Winterpark resultierende Spende der Firma König Fest-Service betrug 400,- €.

Die Ruandahilfe der Ortsgemeinde Holzheim bedankt sich bei allen Spendern und wünscht ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück und Gesundheit im kommenden Jahr.

Helmut Weimar

 

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